„Ihr habt’s gleich geschafft!“ – ein Endspurt mit Verlängerung: 97. Langstreckenregatta: Quer durch Berlin
Aufgrund von Brückenbaumaßnahmen durften wir in diesem Jahr eine neue Quer-durch-Berlin-Strecke auf der Langstreckenregatta ausprobieren. Sonne, Wolken, ein ordentlicher Wellengang und Wind begleiteten uns bereits am Start unserer 7km, die noch vor uns lagen auf dem Tegeler See.
Wir – Lisa, Claudia, Baumi und Susen – legten uns in die Riemen (besser in die Skulls). Für den passenden Antrieb sorgten eine motivierende Musik-Playlist und unsere Steuerfrau Caro F.
Bereits nach einem Kilometer konnten wir am ersten Gegner-Vierer vorbeifahren, gut zwei Kilometer später überholten wir den nächsten. Nach etwa 4 Kilometern erreichten wir dann angekommen im Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal den dritten von unseren vier gegnerischen Vierern. Läuft! Nun musste doch auch langsam mal das Ziel kommen. Nur: Wo genau lag das eigentlich?
„Ihr habt’s gleich geschafft!“, rief unsere Steuerfrau motivierend. Also noch einmal Druck auf die Blätter und Kraft in die Beine! Diesen Satz sollten wir auf den letzten 3000m noch ungefähr fünf- bis sechsmal hören – und jedes Mal mobilisierten wir neue Reserven.
An der ersten Brücke empfingen uns jubelnde und klatschende Zuschauer. War das endlich das Ziel? Leider nein. „Nach der Kurve habt ihr’s geschafft!“ rief Caro. Also wieder: Druckspurt. Arme und Beine brannten inzwischen ordentlich. Doch hinter der Kurve wartete vor allem eines – weitere Meter Wasser. Caros Versuch, ihren entsetzten Blick zu verbergen, blieb uns dabei leider nicht verborgen.
Auch die zweite Brücke samt applaudierendem Publikum brachte neue Hoffnung, aber noch keine Erlösung. Die mentale Achterbahnfahrt wurde langsam anstrengender als das Rudern selbst. Trotzdem hieß es: weitermachen, zusammenbleiben und noch einmal alles geben. Nach gefühlt 3 Kilometern Endspurt kam schließlich die Ansage: „Noch 15 Schläge!“ Passend dazu ertönte aus der Musikbox „The Final Countdown“. Dann endlich ertönte das Läuten der Glocke am Ufer. Geschafft – diesmal wirklich! Erschöpft, mit knallroten Gesichtern und brennenden Muskeln waren wir im Ziel.
Die Belohnung für all die Druckspurts und das Durchhalten: Gold mit sechs Sekunden Vorsprung auf das übrige Feld! Spätestens da wussten wir: Jeder zusätzliche „Endspurt“ hat sich gelohnt. Und Caros „Ihr habt’s gleich geschafft!“ hat sich nun einen festen Platz in unseren Erinnerungen gesichert.
Auch unsere starken Männer Fanny und Konne waren mit am Tegeler Start. Fanny, der sich 24h vor dem Start spontan entschloss den Grünauer Berliner Vierer zu unterstützen, kämpfte mit ähnlichen „Wo ist eigentlich das Ziel“ – Bedingungen. Gerade mal 9 Sekunden lagen zwischen dem spontanen Vierer aus Berlin und dem Sieger der Master-Männer Altersklasse C.
Konne konnte sich mit dem krönenden Regattaabschluss in einem Renngemeinschafts-Männer-Achter behaupten und einen Sieg mit der schnellsten Zeit des Tages – starke 25:51:61 – erriemen.




