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Blog
Vor, auf und neben den Regattastrecken

Teil 12: „PRV mit Nackten - Zahlen und Fakten Teil I!“

Hallo Leute, Freunde, Unterstützer und Sympathisanten: “PRV mit Nackten – Zahlen und Fakten Teil I!”

Pirnaer Ruderverein 1872 e.V. ist:

  • nächstes Jahr: 150 Jahre Rudern in Pirna vom 02.09. bis 04.09.2022
  • kompetente und kontinuierliche Vereinsführung
  • fast 300 Mitglieder in 10 Trainingsgruppen und 18 Übungsleitern+ Trainern
  • langjährige Sponsoren und Unterstützer
  • eine rot-weiß-gelbe Fahne mit rotem Stern in der Mitte
  • rot-gelbe Sportkleidung, wie auch Pirnas Stadtfarben
  • 8 Bootshallen (6 Bootshaus, 2 Sportstätte Carolabad)
  • 1 Motor-/Drachenboothalle
  • 1 Kraftraum
  • 1 Ergometer-Raum
  • 1 Ruderkasten
  • 28m Steganlage
  • 2 Umkleide-/Sanitärbereiche
  • 1 Werkstatt
  • 1 Technikhäuschen
  • 1 Sport-/Zeltplatz, 1 Geräteschuppen
  • 1 Vereinsbus
  • 4 Motorboote (+1 Boot Reserve)
  • 1 Lastenanhänger
  • 2 Bootstransportanhänger (Ein- u. Zweiachser)
  • 1 Motorbootstrailer
  • 1 bewirtschaftete Vereinsgastronomie mit Dachterrasse und Biergarten und
  • diverse Stell- und Parkplätze

Einfach zusammengefasst:

           UNSER VEREIN

Wir lesen uns nächste Woche wieder, mit: “PRV mit Nackten – Zahlen und Fakten Teil II” als Teil 13. Euer Mario

Teil 11: „Wasserzeichen, des einen Freud - des anderen Leid“

Hallo Leute, Freunde, Unterstützer und Sympathisanten: “Wasserzeichen, des einen Freud – des anderen Leid”

Schifffahrtszeichen (volkstümlich auch Wasserzeichen) sind hör- oder sichtbare Markierungen, die als Navigationshilfen in der Schifffahrt dienen. Im Binnenbereich, also auf Seen und Flüssen ermöglichen sie ein sicheres Navigieren. Typische Schifffahrtszeichen sind Tonnen, Baken und Leuchttürme. Der uns nächste, allerdings Binnenleuchtturm befindet sich in Moritzburg… – allerdings ist er fürs Rudern nicht relevant!

Was nun für die Berufsschifffahrer als unabdingliche Hilfe ist, entpuppt sich für die Wassersportler schon hin und wieder mal als ernstzunehmender “Gegner”. Erst recht auf fließendem Gewässer.

Auch hierzu gibt es wieder im wahrsten Sinne des Wortes, „körpernahe Berührungspunkte“ mit Pfählen, Reusen, Strompiepen und ähnlichem. In Erinnerung bleibt meist die recht lustige Situation, die aber tatsächlich oft gefährliche Aktionen heraufbeschwor.

So passiert vor einigen Jahren zur Wanderfahrt Budapest – Bratislava im gesteuerten GIG-Doppelvierer unserer damals, mit Verlaub, noch ETWAS jüngeren Damen. Völlig überwältigt von den vielen Eindrücken rechts und links der Donau, übersahen sie die EINZIGE Tonne mitten auf dem Fluss, kollidierten und kippten samt aller an Bord befindlichen Wanderfahrt-Utensilien um. Nichts passiert außer nass – und alle Lacher auf ihrer Seite. Auch die Wanderruderer der „älteren Herren“ werden sich an diese Donautücke erinnern.

 Nicht so glimpflich erging es beim Elbepokal unserer “Pirna”. Sie war gerade getauft und auf ihrem erstem Regattakurs Richtung Blaues Wunder. Bei den Beschleunigungsschlägen in der Startphase war die erste grüne Tonne bereits mittig voraus und vom Steuermann nicht zu sehen.  Das Rennen war zu Ende, ehe es begann. Unsere „Pirna“ sah aus, wie die Concorde, mit geklappter „Nase“ (nur eben hier nach obenstehend). Zum Glück ging es ohne Personenschaden ab, alle Aktiven erreichten das rettende Ufer. Heute sieht man dem Boot nicht mal mehr die Operationsnarbe der Werft an.

Ein anderes Achtererlebnis gab es zu Zeiten unserer „Leistungssport“- Steuerleute beim Club. Während einer Trainingslagerfahrt hatte sich der Mann am Steuer bei der Anzahl der Begrenzungspfähle verzählt. Das hatte zur Folge, dass er am nicht gezählten Pfahl noch in voller Fahrt alle Backbordausleger abrasierte. Nach überwundenem Schreck, war zumindest bei den Ruderern die Freude groß. Sie bekamen außer dem unglücklichen Steuermann alle trainingsfrei…

Wir lesen uns nächste Woche wieder, mit:  “PRV mit Nackten – Zahlen und Fakten!” als Teil 12. Euer Mario

Teil 10: „früher BEZEICHNEND – heute VERWERFLICH…“

Hallo Leute, Freunde, Unterstützer und Sympathisanten: “früher BEZEICHNEND – heute VERWERFLICH…”

Wer nutzt sie nicht, die Kurz-, oder Spitznamen?

Ein Spitzname (im 17. Jahrhundert spitz ‚verletzend‘), auch Übername, Ulkname, Neckname, Scheltname, oder Spottname genannt, ist ein Ersatzname für den realen Namen einer Person. Dieser Beiname kann auch eine Unvollkommenheit andeuten. In der Regel übertrifft er den eigentlichen Namen an Witz und wird häufig nach äußeren Merkmalen, dem Verhalten, dem Beruf, der Funktion oder nach Bezeichnungen, die zufällig entstehen und Anklang finden, gebildet. Daneben kann ein Spitzname auch als Verballhornung des Namens, oder anderer Eigenschaften gebildet werden und davon treffen wir im PRV so einige an:

  • Fanny, Nickel, Archi, Schmidtl, Hermi, Diddi, Mühli, Pfitze, Hippie, oder Wiedel sind also vom Namen abgeleitet und meist mit “i” hinten abgekürzt.
  • Manchmal ist er auf Grund optischer Erscheinung, oder besonderer Merkmale und Eigenschaften (mitunter auch durch das Berufliche) entstanden. China, oder Chinese, Neger, Jumbo, Specki, Eisenzahn, Nuckel, Ärschel, Doc, oder auch Eisenarm sind Beispiele dafür.
  • Ab und an prägen simple Schreibfehler den Namen wie bei Olfa/Alfa von Olaf und Chewie, der Kurzform vom StarWars Chewbacca, weil die Regattameldung Rebacca, statt Rebecca lautete.
  • Andere wiederum entstanden durch akustische und namentliche Ableitungen, wie bei Hackl-Schorsch, Humus, Major, oder Grete Nickelmo
  • Aber auch tragische Momente führten zum Namensableitungen.
  • Wieder andere waren einfach da, wurden von anderen übernommen, oder entstanden nach nicht so lustigen Begebenheiten. wie Hans-Moni, Fitti, Max, Backbord, oder Rillo.
  • Vielfach erleben wir ja heute nur noch die einfachste Form, in dem am Vor- oder Nachnamenstamm ein „i“ angehangen wird.

Früher waren die Spitznamen Gang und Gäbe. So manch mitrudernder Aktive und sogar der eine oder andere Übungsleiter und Trainer wußten nicht, wie denn der Sportler mit bürgerlichem Namen heißt. Auch heute noch…

Allerdings wären manche der Namen heute verwerflich, also gar nicht mehr richtig “gesellschaftsfähig”. Praktisch jedoch sind sie noch allgegenwärtig und es stören sich nur sehr wenige daran.

Viele derer sind mit einer kleinen Entstehungsgeschichte, oder Anekdote verbunden, wovon wir einige in der kommenden Zeit nochmal zum Besten geben wollen.

Gern könnt ihr aber auch Eure Geschichten und Namen  zu diesem Thema senden!

Wir lesen uns nächste Woche wieder, mit:  “Wasserzeichen, des einen Freud, des Andern Leid…” als Teil 11. Euer Mario

Teil 9: „Fast eingeholt ohne zu überholen, besser trotz falsch Abbiegen noch im Rennen geblieben“

Hallo Leute, Freunde, Unterstützer und Sympathisanten: “Fast eingeholt ohne zu überholen, besser trotz falsch Abbiegen noch im Rennen geblieben“

Von den Meißnern hatten wir die Idee, einmal dieses Berlin Event zu probieren.

„QUER DURCH BERLIN 2010“ 

Es klang nach sportlichem Wert auf einer Strecke, auf der ein „Normalbürger“ sonst nicht Rudern darf, obwohl es keine Mauer mehr gibt. Die Strecke führt zwischen Schleuse Spandau auf der Spree fast bis zum Kanzleramt. Genauer – nur bis zur umgangssprachlich bekannten schwangeren Auster (oder dem Haus der Kulturen). Gerudert wird knappe 7 km in Vierern und Achtern, alle gesteuert – damit man weiß oder sieht, wohin man fährt. Den für uns wichtigsten Hinweis für die Strecke erhaschten wir von unseren Bäumelingen, kurz nach großen Renneinweisung. „Bei den Abzweigungen immer ganz links“ halten. Ein kurzer Blick auf den Streckenplan (siehe Anhang) musste reichen und dann ging es auch schon los. Der hektische Modus hatte sich bereits bei der Anfahrt eingestellt, da wir nicht bedachten, dass alle Berliner Sonnabendvormittag ihre Stadt bevölkern müssen. Im Boot kehrte dann etwas Ruhe ein. Wir legten vom Steg ab und wurden bald von den Mixbooten in Augenschein genommen. Grund war, dass bei uns nur eine Frau ruderte und die Zweite steuerte. Diese Irritationen waren teilweise verständlich, weil kurz vor uns die echten Mixvierer am Start waren. Diese sahen in uns einen bevorteilten Konkurrenten.

Wir hatten uns jedoch für die Offene Klasse entschieden und starteten mit zwei deutlich jüngeren Crews.

Der Einzelstart war unspektakulär und so kamen wir gut ins Rennen. Hochmotiviert absolvierten wir die ersten Meter und waren bis 2000 Meter gut im Geschehen. Ja und dann kam die erste und wohl einzige kritische Stelle. Die rechtwinklige Abzweigung der Spree, hatte noch einen weiteren ganz linken Abzweig. Dieser auf der Karte markierte Stummel war jedoch ein richtiger Kanal, der zurück zum Startgebiet führte. Und wir hatten noch „ganz links“ im Ohr. Also zogen wir in diesen Kanal, der uns für der Wahre erschien. Doch leider war nicht die Spree, sondern der Kanal. Bis wir die Signale der aufregend winkenden Streckenposten realisierten und mit einer scharfen Wende drehten, vergingen kostbare Sekunden. Allerdings schafften wir es, wie bei der Formel 1, knapp vor dem nachfolgenden Jungmännervierer wieder auf den Kurs zu kommen. Da hatten wir gut 30 Sekunden eingebüßt. Jetzt witterten die „Jungen“ Morgenluft und versuchten gleich zu attackieren. Doch wir hielten dagegen und ein Spurt jagte den nächsten. Auch mit etwas Glück blieben wir vorn, denn einmal rettete uns die Innenkurve und beim zweiten Mal eine schmale Brückendurchfahrt, die kein Nebeneinander erlaubte.  In der Folge spürten wir deutlich unsere Zusatzrunde, haben aber den Platz gehalten. So verlief dieser spannende Zweikampf bis ins Ziel.

 Völlig breit überfuhren wir die Ziellinie. Wir waren mit unserer Leistung sehr zufrieden, obwohl dennoch nur der 3.Platz heraussprang.

Und klassisch flammten nach der Zieldurchfahrt bis zum Anlegesteg auch die Proteste aus den Mixbooten wieder auf. Beim ersten Bier danach war alles aufgeklärt und der Protest schlug in Bewunderung um.

Unser Dank galt dafür unseren Mädels, die sich klasse am Schlag und Steuer geschlagen hatten.

Von dem interessanten Ambiente dieses Spreeabschnittes hatten wir natürlich kaum etwas mitbekommen. Das verfolgten wir erst hinterher im Internet. Da fiel uns dann auch der „ganz linke Kanalabschnitt“ auf. Der natürlich für die Berliner nicht der Rede wert war, weil er ja zurück zum Start führte.

Die Erfahrung lehrte uns nun, dass es sich lohnt schon vorher sich einmal ausgiebig zu informieren.

Mittlerweile haben wir Pirnaer einige Erfahrungen bei diesem Event gesammelt und können gern aus dem Nähkästchen plaudern.

Dieser Spreeabschnitt darf normal nicht von Sportbooten befahren werden.  Das ist mal nicht den politischen Gründen (Kanzleramt) geschuldet, sondern gewährt an engsten Stellen der Fahrgastschifffahrt die reibungslose Durchfahrt.

Wir lesen uns nächste Woche wieder, mit:  “früher BEZEICHNEND – heute VERWERFLICH…” als Teil 10.

(Heute mal) euer Christian.

Teil 8: „Technik die begeistert…“

Hallo Leute, Freunde, Unterstützer und Sympathisanten: “Technik die begeistert …?”

Das Herzstück eines jeden Rudervereins ist das Trainerteam und dessen unverzichtbare Grundlage für ein optimales Wassertraining ein Motorboot. Und davon haben wir sogar eine ganze Flotte. An dieser Stelle ein großes Lob an unseren Macher, der diese Armada mit viel Fleiß und Herzblut in Schuss und fahrbereit hält. Aber ich würde nicht darüber berichten, wenn es nicht auch da etwas zu Schmunzeln gäbe. Wenn wir früher mit unseren Booten die Trainer kreuz und quer über die Elbe gedrängt haben und den einen oder anderen Scherstift herausforderten, stellt sich heut auch schon mal der Trainer selbst ins Abseits.

Eine von vielen zu belächelnden Situationen war der großen Power geschuldet, aber nicht der des Motors. Da wurde beim manuellen Anreißen einfach die Leine zerfetzt. Nun wäre in dieser Situation nichts passiert, aber vor Schreck wurde der Motor gleich wieder ausgemacht. Pech nur, dass er nun nicht wieder zu starten ging und Heidenau immer näher kam…

Jetzt kommt unser “Freund und Helfer” in Blau-Weiß ins Spiel, der seinem Namen diesmal alle Ehre machte. Unser havariertes Boot wurde absolut unkompliziert und durchaus medienwirksam sicher an den Steg geschleppt. Fehlte nur noch Blaulicht und Sirene!

Bis auf ein paar Schreckminuten, kräftige Paddelschläge und wieder “Überstunden” für den Motorbootswart ging aber alles glimpflich mit einem Augenzwinkern ab. Jetzt gibt’s keinen Zweitakter mehr bei uns und alle Motoren haben Elektrostarter…

An dieser Stelle noch ein Nachtrag in eigener Sache: Hier ist es ebenfalls angebracht die tolle Arbeit und die enorme Verantwortung unseres Trainerteams zu würdigen. Das kann man nicht oft genug betonen, aber auch dabei passiert hin und wieder mal was Lustiges 😉

Wir lesen uns nächste Woche wieder, mit: “(fast) eingeholt, ohne zu überholen…” als Teil 9. Euer Mario.

Teil 7: „Wetten das…?“

Hallo Leute, Freunde, Unterstützer und Sympathisanten: “Wetten, dass…?”

Auch wenn das Rudern unsere Leidenschaft ist, jagt die Generation “ALT” immer noch gern dem Runden nach, welches in das Eckige muss! Dafür wurde der “Wembley-Rasen” hinterm Bootshaus unser Heiligtum und an jeder freien (Trainings-)Minute, zum Leidwesen eines jeden Maulwurfs, ausgiebig zum Kalorien Verbrennen genutzt. In den Wintermonaten wird dies nun schon seit Jahrzehnten altersgemäß am Freitagabend in die wohlige Halle verlegt. Ob Copitz, Sonnenstein, oder Fortschritt-Halle, es waren meist heiße Duelle und lustige Begebenheiten, was bei dem ein oder anderen hier sicherlich ein Lächeln hervorbringen wird. 

Aus dieser vereinsübergreifenden Leidenschaft entstanden hin und wieder auch Einladungsturniere, wie das hier beschriebene im SFZ-Pirna.

Der Ausgang ist mir allerdings nicht so in Erinnerung geblieben, wie die Siegerfeier danach. Mit “Wetten, dass …?” gaben sich der damalige Betreiber des SFZ und unser heutiger Sportvorstand die Hand! Wetteinsatz war zwar eine nicht uninteressante Anzahl an Frei-Bier-Fässern, aber viel interessanter war die Wette selbst! Im bierseligen Wortgeplänkel wurde dem technisch sehr anspruchsvollen Rudersport mit: “das kann doch jeder”, sehr Unrecht getan und mit dem Satz: “du schaffst es ja nicht einmal durch die Brücke!” gekontert. TOP-die Wette gilt!

Beim Einlösen der Wettschuld entpuppte sich der Herausforderer zwar als wahres Naturtalent, aber auch beim dritten Anlauf kam er nicht durchs Joch und kippte um.

Und die Moral von der Geschicht, “Alter schützt vor Torheit nicht!”

Auch mit über 50 hat dieses Erlebnis den Vollblutsportler noch zum Rudersport gebracht und der Wille und Ehrgeiz lässt ihn seitdem als Vereinsmitglied am Ziel: Vereins-Kilometer-Meister arbeiten…

Ein nächstmöglicher Wetteinsatz wäre doch die Brückendurchfahrt im Riemen-Zweier? Wetten du schaffst das…?

Wir lesen uns nächste Woche wieder, mit:  “Technik, die begeistert…?” als Teil 8. Euer Mario.

Teil 6: „Digitale Medien - Segen und Fluch zugleich...“

Hallo Leute, Freunde, Unterstützer und Sympathisanten: Heute aus aktuellem Anlass mit dem Titel: “Digitale Medien – Segen und Fluch zugleich…” an Stelle von “Wetten, dass…?”

Heute wird bei jeder Gelegenheit, an jeder Stelle, zu jeder Zeit und das Handy gezückt. Jedoch wenn mal plötzlich und dringend eine Kamera gebraucht wird, ist weit und breit niemand zu sehen!

Aber erstmal auf Anfang: Mit der Freiheit wieder im Zweier ohne aufs Wasser zu dürfen, verbindet sich natürlich auch wieder der vollumfängliche Arbeitsalltag – alles Gute ist halt nie beisammen! Wie es nun das Schicksal so wollte, hat mich eine Vollsperrung auf der Autobahn ausgebremst pünktlich zum Training zu erscheinen. Die Ruderplätze sind derzeit begehrt und somit auch schnell Ersatz gefunden…

Nun gibt es in unserem Verein die verschiedensten “Ruderschulen”, der Eine hat’s beim Club gelernt, der Andere beim Sig Hanus als Steuermann. Einer rudert seit Kindheit an, ein anderer wieder als Späteinsteiger im “hohen” Masters-Bereich. Einer riemt sein Leben lang, ein Anderer versucht’s mit Stäbchen und wieder ein Anderer mit beiden. Lange Rede – kurzer Sinn; zwei Koryphäen auf jeweils ihrem Gebiet nutzten gemeinsam die Gelegenheit für eine Trainingseinheit.

Wahrscheinlich war nach 12km Blätterschleifen die Konzentration beim Anlegen nicht mehr auf ganz hohem Niveau, mutmaße ich mal! Nach Augenzeugenberichten waren jedenfalls die Kommandos und der Ansteuerwinkel an den Bootssteg nicht ganz optimal…  Erschwerend kommt noch dazu, dass sich ein gelernter Skuller, um das Blatt auf dem Steg zu entlasten, sein Gewicht auf das Backbordskull verlagert. Dieses fehlt allerdings bekanntlich im Riemenzweier, so dass sich die Strömung das Blatt des leger weiterrudernden Backboard-Manns bemächtigte und auch nicht wieder hergab. Es kam, wie es kommen musste – das Boot samt Mannschaft wurde in Zeitlupe, aber mit Macht ausgehebelt. Es blieb gerade noch so viel Zeit, die “Reißleine” an den Schuhschnallen zu ziehen und die kürzeste Schwimmstrecke ans Ufer auszuspähen, dann schlug die Elbe eiskalt über den Köpfen zusammen…

Und die Moral von der Geschichte: vergesst beim Training das Anlegen nicht!

Zu aller Entwarnung; es gab bis auf einen Kratzer am Ego eines gelernten Clubruderers, weder Material- noch körperliche Schäden! Aber jede Menge Lacher, leider keinerlei Bildmaterial aber für mich lustiges Material zum Schreiben. “Riemen- und Dollen-Bruch! Baut keine – Sch…”

Wir lesen uns nächste Woche wieder, mit:  “Wetten, dass…?” als Teil 7. Euer Mario

Teil 5: „Andere Vereine, andere Sitten!“

Hallo Leute, Freunde, Unterstützer und Sympathisanten: „Andere Vereine, andere Sitten!”

Als Rudersportler “quält” man sich ja nicht nur auf heimischen Gewässern, sondern strebt hin und wieder auch nach Anstrengungen auf so genanntem “Neuwasser”. Und dann sogar vielleicht in Blickrichtung vorwärts und auch noch paddelnd? So geschehen vor ein paar Jahren bei einem Ausflug mit unseren Ruderfreunden aus Berlin-Baume auf den Feldberger Gewässern.

Ein schöner Brauch der Berliner ist es, jede Brückendurchfahrt vom Bugmann aus beginnend, fortlaufend laut zu zählen. So würde zum Beispiel unser Bugmann im Vierer bei der Ausfahrt elbaufwärts als erstes laut ansagen: “erste Brücke, alte Pirna Elbbrücke” und auf zurück die Nr 2: “zweite Brücke, alte Pirnaer Elbbrücke”. Sollte die Fahrt nicht sofort am Steg enden, sondern an der Villa ELSE, würde die Schlagübernahme dran sein mit: “dritte Brücke, Sachsenbrücke Pirna” und schließlich noch der Schlagmann mit: “vierte Brücke, Sachsenbrücke Pirna”… Danach käme der Steuermann dran und immer so weiter. Die Ansage muss allerdings von der beginnenden Durchfahrt bis spätestens zum Verlassen der Bootsflagge unter dem Brückenbogen erfolgen. Ein Vergessen oder die falsche Ansage der Brückenanzahl, oder gar der gänzlichen Brückenansage wird mit einer extra Tresenrunde an die Bootsbesatzung geahndet. Als Brücke wird alles gezählt, was den Betreffenden Ansager trockenen Fußes von einem Ufer zum anderen befördert. Das bedeutet allerdings auch, dass im Zweifel der Beweis angetreten werden muss. Und hier beginnt die eigentliche Geschichte….

Ca. 8-10 Canadier mit jeweils 3 Personen und Paddel besetzt, waren von Feldberg aus zu einer Rundfahrt aufgebrochen. Bei bestem Wetter und eben solcher Laune waren wir bis zu unserer ausgiebigen Mittagspause gut vorangekommen. Gut gestärkt und mit noch besserer Laune ging es weiter nun auf recht unwegsamen Wasserwegen.

Mit bereits ausgiebigem Wasserkontakt, zwei Kenterrollen und in geborgten trockenen Sachen unterwegs, monierte ich (natürlich) eine nicht angesagte Brücke an. Posthum wurde der Beweis gefordert, den ich selbstverständlich nicht schuldig blieb. Der sich vor Jahrzehnten quer über den Fließ gelegte Baum hat dem Härtetest leider nicht in Gänze standgehalten und gab ca. nach 4/5tel der Strecke urplötzlich und laut krachend nach und verschwand vollständig.

Die Runde ging dann doch auf mich!

Nichtsdestotrotz, dass ich bis zum Nabel im Wasser und bis zum Knie im Schlamm steckte, nein, zu allem Pech hatte ich auch noch meine neue (und megateure) Brille verloren. Das ist mir schon mal mit einer Kontaktlinse beim Hallenfußball passiert…, aber dazu vielleicht ein andermal! Jedenfalls war das Geschehen schlagartig in der Bewegung eingefroren und jeder Reiher wäre beim Anblick unserer Jagdstarre vor Neid erblasst. “Was lange währt wird gut“ – und so legte sich nach einer gefühlten Ewigkeit endlich der aufgewühlte Schlamm wieder am Boden nieder. Wie durch ein Wunder erspähte Doping, bäuchlings über dem Bug liegend, mit seinen Adleraugen am Grunde einen Zweig, der nicht so recht ins Bild passen wollte, und griff zu. Der Jubel beim 7:0 gegen Brasilien zur WM konnte nicht größer gewesen sein, denn das Stöckchen entpuppte sich als Bügel mitsamt meiner im Schlamm versunkenen Brille dran. Das war mir dann doch nicht nur eine Runde für die “falsche Brücke” wert…

Wir lesen uns nächste Woche wieder, mit: “Wetten das…?” als Teil 6. Euer Mario.

Teil 4: „Sieger, ohne gewonnen zu haben!“

Hallo Leute, Freunde, Unterstützer und Sympathisanten: „Sieger, ohne gewonnen zu haben!“

Heutzutage fragt keiner mehr “WIE“ – es zählt einfach nur „DASs“ man gewonnen hat! Zwei solcher kuriosen Erlebnisse sind mir bis heute im Gedächtnis geblieben. Es war die Regatta Wurzen oder Dessau, genau weiß ich es leider nicht mehr. Vier gemeldete Boote im Doppelzweier Schüler A. Am Start angekommen erfuhren wir das ein Boot abgemeldet hatten und eins erschien nicht am Start. So konnte das Rennen trotzdem stattfinden; mit uns als krassem Außenseiter. Wir hatten also erwartungsgemäß das verbliebene gegnerische Boot bis ca. 200 m vor dem Ziel kontinuierlich vor uns hergetrieben. Zu diesem Zeitpunkt passierten wir allerdings gerade die 500 m Marke und verleitete sehr wahrscheinlich unseren Gegner zu diesem rennentscheidenden Flüchtigkeitsfehler. In sicherer Führung liegend zog einer der beiden einen derartigen Krebs, dass sie blitzartig kenterten. Was nun klar auf der Hand lag – wir gewannen das Rennen. Allerdings mit einem knappen Vorsprung vor unserem schwimmenden Gegner, der kurz nach uns dennoch die Ziellinie passierte. Unsere ehrlich gemeinte Geste, den Sieger-Blumenstrauß fairer Weise den eigentlichen Gewinnern zu übergeben, schlugen diese bedient und missmutig aus. Die Medaille behielten wir natürlich selbstverständlich selbst…

Ähnliches Szenario, allerdings zur Neuruppiner Regatta und diesmal im Junioren Zweier ohne und vollem Feld. Dieses enteilt und ähnlich dominant wie eben beschrieben, mussten wir die Schiedsrichteranweisung entgegennehmen. Das Letzte was wir in unserm Rennen noch mitbekamen war: „Pirna, Sie haben mit dem Ausgang dieses Rennens nichts mehr zu tun, wir fahren an ihnen vorbei!“ Die dadurch neu entstandene Herausforderung, die Wellen des Motorbootes glimpflich zu überstehen, brachte den nachfolgenden Lauf sehr dicht in unser Heckwasser. Ich kann mich nicht erinnern jemals so von außen angefeuert worden zu sein. So überquerten wir zwar als erste die Ziellinie, waren aber diesmal leider nicht die Gewinner…              

Wir lesen uns nächste Woche wieder, mit: „Andere Vereine, andere Sitten“ als Teil 5.  Euer Mario

Teil 3: „Es darf gelacht werden"

Hallo Leute, Freunde, Unterstützer und Sympathisanten: „Es darf gelacht werden!“

Bis heute ein Highlight eines jeden Ruderjahres ist das Trainingslager, insbesondere das im Winter. Seit frühsten Anfängen fahren wir dazu meist ins tschechische Riesengebirge, aber auch Schmilka, Ölsen, Sproitz und das polnische Eulengebirge waren bereits Zielorte für ein anstrengendes Grundlagenausdauertraining vor einer anstrengenden Regattasaison. Natürlich erlebt man da auch so einiges, sonst wären wir ja nicht wir…

Alles begann mit „neuen“ eigenen Langlaufski. Das waren in der Bootshaus-Werkstatt zu schmalen Brettern gesägte (ältere) Abfahrtslatten, die unser „Chef“ Sig Hanus günstig geschossen hatte und die jeder nach seinem Belieben farbig gestalten konnte – MEGA – Trotz der nun fast professionellen Ausrüstung waren die Skilaufkünste einiger dennoch nicht ganz so perfekt ausgeprägt. Das sollte sich später noch nicht nur in der Loipe zeigen. Ein kleiner Rodel– und Abfahrtshang neben unserer Unterkunft in Harrachovs Ortsmitte, stand am freien Trainingsnachmittag im Fokus einiger wagemutigen. Natürlich nicht ohne Folgen! Die schmerzhafteren hatten definitiv unsere beiden Rodelhelden zu erleiden. Mit einem typisch tschechischen Hörnerschlitten rasant bergab unterwegs, nahm das Schicksal ruckartig seinen Lauf! Schlagartig reduziert der Schlitten an einem Hindernis seine wilde Fahrt auf „0“ um der Fliehkraft seiner beiden Passagiere freien Lauf zu lassen. „Kraft = Masse x Geschwindigkeit“

Allerdings fatal, wenn von beidem reichlich vorhanden, aber nicht gleichmäßig verteilt ist! So wurde der leichtere Vordermann von seinem Sozius, der damals seinem Spitznamen alle Ehre machte, hemmungslos vom Schlitten gerammt. Nur leider, wie am Schlitten anfangs beschrieben, samt haltegriffähnlichem Bügel. Also nunmehr ohne Horn – BEIDE! „Schmerz laß nach…“ und sie sind vergangen, wie es der heutige „zweifach-Papa“ beweist. Es werden sicher auch die damals zur Schau gestellten tollen Regenbogenfarben keinerlei Spuren hinterlassen haben – im Gegensatz zum Schlitten…

Weniger schmerzhaft, aber dennoch peinlich, gestaltete sich der Versuch die vereiste Abfahrt auch noch mit den „neuen“ Langlauflatten zu bezwingen. In gerader Linie abwärts, sowohl des Lenkens als auch des schnellen Bremsens nicht mächtig, endete die rasante Abfahrt zwar auch abrupt, aber nur auf dem Hosenboden. Allerdings mit einem ekligen „Schmatz“.

Der Hang endete zu meinem Leidwesen mit einer doppelten Bodenwelle. Diese ließ mich zwar abheben wie einen Ski Springer, jedoch für die Landung hätte es Punktabzug gegeben. Hinter dem Auslauf fehlte dann doch die nötige Schneedecke, um auch noch über die anschließenden Güllegrube zu gleiten. Zur Freude aller waren Schuhe und Ski sofort versunken und ließen sich auch nicht ohne abzuschnallen herausbewegen…

Der 5m-Abstand, den plötzlich jeder zu mir einnahm, wäre heutzutage absolut Corona konform!

Wir lesen uns nächste Woche wieder, mit: „Sieger, ohne gewonnen zu haben“ als Teil 4. Euer Mario

Teil 2: „Auch kentern will gelernt sein…“

Hallo Leute, Freunde, Unterstützer und Sympathisanten: „Auch kentern will gelernt sein…“

Jeder fängt mal klein an, auch mit dem Rudern. Der Gleichgewichtssinn steht hierbei sehr im Focus. So ist man beim Skullen oder Riemen sprichwörtlich nur eine Handbreit unterm Kiel vom nassen Element entfernt. Früher oder später sollte auch jeder einmal damit in Kontakt kommen, denn „unverhofft kommt oft“ Auch ich habe da so meine eigenen Erfahrungen sammeln können.

Es war, wie bei den meisten, so ziemlich am Anfang meiner Ruderlaufbahn und auch eine der ersten Ausfahrten nach dem Winter-Training. Ablegen im Doppelzweier mit neuem Partner und prompt hat der Krebs genau unterm Brückenbogen zu gebissen. Einer hat einfach zu zeitig das Blatt aufgedreht und Strömung und Strudel haben das Skull Zentimeter für Zentimeter nach unten gezogen. Gaaaanz langsam, fast wie in Zeitlupe, haben sich natürlich die gegenüberliegenden Ruder in luftige Höhe begeben und der sich so verlagernde Schwerpunkt bewirkte eine klassische Kenterrolle ins kühle Nass – nicht gerade lustig…

Lustig wurde es dann allerdings ein paar Jahre später! Wieder einmal Training, diesmal allerdings im Junioren Riemenzweier ohne bei Sonnenschein und Windstille – also allerbeste Ruderbedingungen. Nur fehlte uns genau an diesem Tag sowohl der nötige Trainingsfleiß als auch die dazugehörige Lust. Also dachten wir uns folgendes aus: Bereits auf Höhe des Bahnwärterhauses sahen wir das Trainer Motorboot mit Manfred Ritzschel kommen, dem damalige Jugend Trainer. Wir beschlossen kurzerhand uns umkippen zu lassen, um dann bequem mit dem Motorboot zurück zum Steg gefahren zu werden. Gesagt getan! 1 – 2 – 3 und platsch … nur zu dumm, dass jeder nach der Seite umkippte, an der er keinen Ausleger hatte. So standen wir zwar bis zur Hüfte im Wasser aber das Boot schwamm weiterhin oben auf. Aber nichtsdestotrotz kam das Motorboot erstmal zu uns. Allerdings nicht mit dem gewünschten „ERFOLG“. Mit der Bemerkung „das sah aber komisch aus, wie ihr umgekippt seid“ reichte uns Mannel zwei Trainingsjacken und wir durften das Training aus eigener Kraft beenden – dumm gelaufen!

Wir lesen uns nächste Woche wieder mit:“ Es darf gelacht werden!“ als Teil 3. Euer Mario

Vor, auf und neben den Regattastrecken - die etwas andere Berichterstattung

Hallo Leute, Freunde, Unterstützer und Sympathisanten. Mit diesem kleinen Blog rund um’s Pirnaer Ruderleben möchten wir ab sofort jeden Donnerstag zum Schmunzeln einladen und vielleicht auch um Interesse zu wecken einfach mal bei uns zum Schnuppern vorbeizuschauen. Egal mit wieviel Lebenserfahrung jemand ausgestattet ist, hier wird ab 10 bis zu weit über 80 Jahren gerudert. Und das mitunter noch richtig schnell, JEDER ist willkommen!

Wie kam ich also dazu, oder noch wichtiger; wie bleibt man (bzw. Frau) dabei? Denn ich bin mittlerweile 47 Jahre im Verein und auch noch aktiv.

Nun der Reihe nach. Das Rudern in Pirna begann ja ursprünglich bei Chemie, dem jetzigen Kanuverein und dort bewegte mein Vater bereits die Skulls und Riemen nicht nur durchs Elbewasser und wie das früher so üblich war, gings mit der ganzen Familie auf Regattatour. Das war als Kind in Zeiten wo an Handy und Computer noch nicht zu denken war, jedes mal ein Highlight. Soweit erinnere ich mich noch schwach. Der sportlich aktive Werdegang begann dann aber doch ganz klassisch mit Geräteturnen, schwimmen und klassischem Tanz, bevor mich die Klassenkameraden mit ins nunmehr schon Fortschrittbootshaus nahmen. Dem heutigen Domizil des PRV 1872e.V. Von da an gab es nur noch Rudern für mich; da erlebt man schon so einiges…

Quer Beet und durch alle Altersklassen wollen wir nun hier regelmäßig ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern.

Wir lesen uns nächste Woche wieder, mit: “Auch Kentern will gelernt sein” als Teil 2, euer Mario.